Welche DAW Software verwenden?

Sie dürfen gern anderer Meinung sein!
Unter dieser Prämisse erlaube ich mir folgende absolute Aussagen.

DAW heißt Digital Audio Workstation und meint die zentrale Computeranwendung zur Verarbeitung von Audio-Signalen. Es gibt rund ein Duzent nennenswerter Anbieter und rund drei Duzent weniger nennenswerte Produkte auf dem Weltmarkt.

Ich habe sie alle angesehen und soweit möglich getestet auf der Suche nach einer geeigneten Anwendung für mein Projektstudio. Unter den Gesichtpunkten Innovationssicherheit, Flexibilität, Budget sind das meine Top 3:

  1. Reaper
  2. Tracktion
  3. Pro Tools

So ist das. Die meisten weit verbreiteten DAW’s fielen bei mir durch, weil sie entweder viel zu kostspielig sind oder weil sie begrenzte Möglichkeitren haben, die man leider oft erst sehr spät, nach langer Einarbeitungszeit, Lektüre und Supportanfragen merkt.

Die drei oben genannten sind da konzeptionell anders:

Reaper (Cockos)

Die Reaper-Entwickler bieten eine Projektstudio-Lizens für rund 60,-€ an. Diese reicht für etwa zwei Jahre und 100 Updates. Daran sieht man schon, dass die Software ständig weiterentwickelt wird. REAPER ist ein nach allen Seiten offenes System, d.h. es gibt prinzipiell für jedes Problem eine Lösung. Klar, dass man sich in eine solche Software intensiv einarbeiten muss. Aber es lohnt sich, weil man sicher sein kann, dass am Ende ein zufriedenstellendes Ergebnis steht.

Das ganze Programmpaket ist nur rund 5 MB (!) groß. In Kennerkreisen ein sicheres Zeichen dafür, dass eine Software auf höchstem Level der Programmierkunst erstellt ist.

Tip: Wenn Sie REAPER nach nicht kennen, laden Sie die aktuelle Version herunter und testen sie im uneingeschränken DEMO-Mudus. Wichtig: Handbuch lesen. Und Feedback verfassen.

 

Tracktion (Mackie)

Ich bin so traurig. Tracktion ist ursprünglich von dem genialen Entwickler Julian Storer als konsequent objektorientierte grafische DAW-Lösung entworfen worden. Naturgemäß erfordert der Umgang mit solchen Anwendungen eine anderes Verhalten des Nutzers. Man lernt nicht Programmfunktionen kennen, sondern erforscht, wie sich die einzelnen Objekte verhalten. Jules war mit dieser Lösung seiner Zeit leider weit voraus, und so veräußerte er Tracktion für schnöden Mammon an MACKIE. Die haben nichts verstanden und das Produkt regelrecht vor die Wand gefahren.

Wir werden in einigen Jahre eine Reinkarnation dieses Konzeptes erleben. Jules entwickelt übrigens fließig an seinem JUCE Projekt weiter, eine plattformübergreifende Klassenbibliothek für objektorientierte grafische Anwendungen, welcher wir u.a. viele, viele bunte Apps verdanken..

 

Pro Tools (Avid)

Die Referenz unter den DAW schlechthin und in professionellen Umgebungen Standard. Mit Pro Tools war dank spezieller Hardware DAW schon möglich, als die Rechnerleistung noch garnicht vorhanden war. Die letzten Versionen kommen nun auch als reine Software-Releases heraus. Mir ist Pro Tools zu kostspielig, auch wenn es ein Auswahl kostengünstiger Versionen gibt. Dummerweise finde ich mich immer mit irgendeinem Feature bei den Profiversionen wieder. Wer also vorhat, in kommerziellen Umgebungen seine Brötchen zu verdienen, dem seien gute Pro Tools-Kenntnisse sehr ans Herz gelegt. Dort erntet man als Ich-Finde-aber-die-und-die-DAW-viel-besser-Jünger allerhöchstens ein Naserümpfen.

 

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