Digitaltechnik

Sein oder Nichtsein? Das ist die Frage!
Um mit den Worten des großen Dichters und Denkers zu sprechen. Hat er doch, mehr als wir wahrhaben wollen, das Widersprüchliste im Wesen des menschlichen Denkens erfasst. Mann oder Frau, Arm oder Reich, High oder Low, Top oder Flopp. Der Mensch sehnt sich nach klaren Entscheidungskriterien. Und wo sie nicht sind, werden sich gern geschaffen. Und doch, steht er letztendlich vor der selbstgeschaffenen Gabelung, dem Scheideweg, dem Schicksalstor, so hadert er doch mit sich und ringet um Für und Wider. Nun müssen Regeln her, an denen man sich richtet. Ein Beiwerk, ein Gesetz, ein umumgänglich Muss, das jede Fehlentscheidung rechtfertigt.

So verwundert es nicht, dass die “Erfindung” der Digitaltechnik eine Revolution auszulösen schien. Aber welcher Art ist diese Revolution? Ist eine technische Revolution oder eine technologische Revolution? Eine Revolution im Denken oder des Denkens? Löste sie weitere Veränderungen aus oder kam es gar zu einem Paradigmenwechsel?

Digitaltechnik
Um diese Fragen zu beantworten sei vorab gefragt, welcher Natur denn die Erfindung “Digitaltechnik” überhaupt ist.

“Digitaltechnik” ist präzise ausgedrückt die Definition eines nicht definierten Spannungsbereiches innerhalb des zu einer bestimmten Technologie definierten Versorgungsspanungsbereiches. Spannungspegel oberhalb oder unterhalb dieses nicht definierten Bereiches, aber nicht oberhalb oder unterhalb des Versorgungsspannungsbereiches, werden im Rahmen des jeweiligen Definitionskontextes als “High” bzw. “Low”, “Wahr” oder “Falsch”, “Null” oder “Eins” gedeutet. Alle Spannungssignalpegel auserhalb oder führen zu nicht defniniertem Verhalten, einschliesslich der Zerstörung des angesteuerten Bausteins. Mit den so gewonnenen genau zwei Zuständen verbindet sich die biäre Algebra.

Neue Begriffe entstanden, deren Sinndeutung ausserhalb der Digitatechnik ganz anderer Natur wären.

Was hätte Shakespeare in eine Wahrheitstabelle gedeutet?

 

 

 

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